Categorie archief: Politik

Wankelmut

Studiengebühren eingeführt und wieder abgeschafft.
Rauchverbot eingeführt und wieder aufgehoben.
Ganz abgesehen von den Inhalten, die mich nicht beschäftigen: Wird ein Land gut regiert, wenn es immer so hin und her geht? Es wirkt unsolide.

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Keine Wendemöglichkeit

In rückständigen Gebieten wie Nepal oder in den Anden soll es noch Maoisten geben, und in Zypern und in manchen Ländern in Afrika leben laut Gerücht noch Kommunisten. Die CSU scheint zu glauben, dass es sogar hier noch gefährliche Kommunisten gibt. Aber wir moderne und gebildete Menschen wissen, daß es vorbei ist mit Moskau und Mao, und zwar seit Jahren. In soweit es noch Anhänger dieser Richtungen gibt, sind sie mega-out, jämmerlich und völlig unbedeutend.

Aber wir moderne Europäer sind um kein Haar besser als die blöden Maoisten. Wir könnten doch inzwischen alle wissen, das die USA ihren Reiz und ihre Vorbildfunktion völlig verloren haben. Das geschwächte und stark verschuldete Land lebt ja nur noch von dem Gnaden ostasiatischer Anleger. Trotzdem ahmen wir weiterhin Amerika nach, als ob noch 1960 wäre.

Ich nenne nur die Überbewertung des freien Marktes, den Abbruch des Eisenbahnwesens, der medizinischer Versorgung, des öffentlichen Schulwesens; die Privatisierung öffentlicher Dienste. Und das, wo es inzwischen schon so lange bekannt ist, wie verheerend das alles in Amerika gelaufen ist, und auch in Teilen Europas. 1960 konnte man noch nicht besser wissen; jetzt schon. Mit offenen Augen werden veraltete Modellen durchgeführt.

Aber größere Richtungsänderungen dauern wohl immer einige Jahrzehnten. Wir sind ja so wendig wie ein Supertanker. Und wen sollen wir dann sonst nachahmen? Die Chinesen, die Inder? So weit sind wir noch nicht, obwohl bei denen bestimmt viel abzugucken wäre. Die Kolonialgeschichte hindert uns daran.

Die Zeit, daß neue Einsichten aus Europa selbst kamen ist längst vorbei.

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Bildung

Nachdem Frau Merkel erst vergeblich versucht hat, das Klima, Deutschland und die Welt zu retten, versucht Sie sich jetzt an der Bildung, was immer das auch sei. Aber einmal laut ‘Bildung!’ rufen ist nicht genug. Es ist seit einigen Jahrzehnten ein Trend in der ganzen westlichen Welt, die Bildung abzubauen. Die Gründe sind sehr komplex, aber der Wunsch nach Verdummung sitzt sehr tief; den kriegt man nicht so schnell weg. Am Anfang steht vielleicht die Idee, daß die zarten Kinderseelen nicht belastet werden dürfen, oder is das nur Gerede, und ist der eigentliche Grund vielmehr, daß die Lehrer nicht genug mitzuteilen haben? Oder daß man es nicht verträgt, daß das eine Kind nun mal mehr lernen kann als das andere?
Ach, wie lernhungrig war ich zwischen meinem siebten und vierzehnten Lebensjahr; sind die heutigen Kinder das etwa nicht mehr? Aber sie dürfen nicht; sie werden betäubt mit elektronischen Geräten, die sie vom lernen abhalten sollen. Diese belasten angeblich die Kinderseele nicht, deshalb eignen sie sich hervorragend als Geburtstagsgeschenk. In den Schulen herrschen Schäbigkeit, Aggression und Streß, was das Lernen noch erschwert. Die Lehrer haben verständlicherweise keine Lust mehr und Französisch ist längst abgeschafft, sodaß ich nicht mehr weiß, wie ich meine Studenten noch in die Fachliteratur einweihen soll. Ich wette, daß die Hälfte der Studenten die Uni verläßt ohne auch nur ein Buch ganz zu Ende gelesen zu haben. Wozu noch das Ganze? Auch in den Naturwissenschaften klagt man über ausbleibenden Nachwuchs, hier wie in Amerika, Schweden, Israel, sogar in Osteuropa. Ja, der Bildungsabbau hat schon Erfolg gehabt. Nur in Ost- und Südasien wird noch studiert. Aus reiner Rückständigheit, wie ich vermute.
Bildung; mein Gott, Angela! Wenn Du es ernst meinst, bringt das etwas extra Geld, so hier und da, aber Ideen, Bestrebungen, Ziele, ein Ruck durch Deutschland? nein, die gibt es bei weitem nicht. Also, das Geld wird irgendwo versickern.
In den Unis ist das Hauptproblem längst nicht mehr die Finanzierung, sondern daß es keine Studenten gibt, die noch ein Buch lesen können/wollen. Wikipedia reicht nämlich wirklich nicht. Überdies sinken die Kinderzahlen, wenigstens in uniberechtigten Kreisen. Die Amerikaner sind wenigstens so clever, kluge Köpfe zu importieren; dazu wird Deutschland wohl nie in der Lage sein. Ausländer; igitt! Hier hat man seine Türken lieber ungebildet, wie die eigenen Arbeiterkinder auch.
Vielleicht brauchen wir gar keine Bildung. In The travels of Sir John Chardin into Persia, London 1686, lese ich, daß die persischen Jungs damals bis achtzehn spielen sollten und danach erst zu lernen anfingen. Geht auch.

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Nicht wählen

Ich bin froh, daß ich in Deutschland nicht wählen darf. Äußerst rechts und äußerst links befindet sich jeweils eine Partei, die man zwar wählen kann, die real existiert, aber doch nicht richtig mitmachen darf. Dann in der Mitte zwei konservative Parteien: die eine meint die geträumte Wirklichkeit von 1975, die andere die von 1955 verwirklichen zu wollen. Beide rückwärtsgewandt.
Der FDP muß man zugeben, daß sie modern ist, aber sie ist unsympathisch und hat kein Programm außer Geld. Die Grünen habe ich gewählt in soweit ich durfte, auf städtischer Ebene, weil sie die einzigen sind, die mit Ausländern etwas anfangen können. Aber sonst haben die auch nicht viel Programm.
Am besten scheint eine große Koalition zu funktionieren. Die spart uns das Gezänk von Parteipolitikern, die nicht bemerken, daß sie mit ihren Gegnern nahezu identisch sind. Oder gar keine Regiering, wie in Hessen; das ist vielleicht auch eine Idee.

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Wahl


Democracy is the right to vote for the wrong one, und dieses Recht wird immer wieder gerne in Anspruch genommen. Wie das damals in Deutschland gelaufen ist, ist bekannt. Später gab es Algerien, Iran, Serbien, die USA, Italien und etliche andere Länder, und jetzt wieder die Ukraine. In der Slowakei sah es erst ganz düster aus, mit diesem wie hieß er noch, Meciar oder so. Dann wurde es auf einmal besser und hat die Slowakei sich einige Jahren erstaunlich hoch katapultieren können. Aber vielleicht wird dort demnächst doch wieder der Falsche gewählt. In West-Europa eiert die Demokratie noch gemächlich weiter, weil es eigentlich nichts zu wählen gibt.
Ist die Demokratie ein Auslaufmodell? Die Tatsache, dass sie jetzt auch nach Afrika exportiert wird, lässt fast darauf schließen.

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Kanzlerruhe

Was macht der Bundeskanzler heute Abend? Nach dieser letzten Scheißwahlkampfveranstaltung in Frankfurt hat er es so satt! Er will so schnell wie möglich nach Hause, mit dem Bundeshubschrauber oder dem Bundes-Maybach. Schade daß er den ICE nicht nehmen darf.
Zu Hause küßt er flüchtig Frau und Kind und spielt kurz mit dem Hund. Dann schenkt er sich erst mal einen doppelten Whisky ein, von dem ganz besonderen Tröpfchen, das Tony ihm neuerdings aus London mitgebracht hat. Eine Zigarre der vertrauten Sorte beruhigt ihn; dann aber überfällt ihn ein tiefes Gefühl der Leere. Er weiß bei Gott nicht, was er heute Abend machen soll. Ausnahmsweise schmeißt er mal den Fernseher an: Big Brother: Die Entscheidung vielleicht; ja, das ist doof genug. Karikaturen von Untertanen, regelrecht zum Kotzen; gerade worauf er jetzt Lust hat.
Die Kanzlergattin hatte sich gleich zurückgezogen; sie weiß, wann er nicht ansprechbar ist. Dann lockt sie ihn aber vorsichtig ins Eßzimmer: sie hat seine Verfassung vorhergesehen und ein festliches Abendessen zu zweit vorbereitet. Während des Essens lebt er auf: er mag sie, ja, er liebt sie, und schlägt ihr vor, heute früh ins Bett zu gehen; man muß ja nicht gleich einschlafen. Diskret räumt die Kanzlergattin nach dem Essen die Whiskyflasche weg. Morgen beim Urnengang sollen sie ja frisch sein und strahlen; das bringt noch Stimmen. Aber das muß nicht unbedingt gleich um neun sein.

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