Mehdorn in Ruhestand

Ach, der Mehdorn, jetzt ist er weg. Warum war er so irritierend? Für mich persönlich nicht mal, weil er was Falsches getan hätte, mit Personal Abhören oder so. Er war die Verkörperung eines fehlgeleiteten Bahnsystems. Natürlich ist nicht alles seine Schuld; er vertrat aber eine Richtung, die hoffentlich bald als falsch erkannt wird: die der Privatisierung. Unter Mehdorns Regierung ist die Bahn von einer maroden Behörde ein profitabeler Betrieb geworden. Dafür wird er postum gelobt. Schön, dürfte man meinen; aber den Reisenden hat es wenig gebracht. Die Gewinne wurden wohl in Containerterminals in Vladivostok o.ä. investiert. Das Zugfahren wurde inzwischen ständig unkomfortabeler und teurer. Immer öfter muss man umsteigen, wobei der Anschlusszug oft verpasst wird. Der Anfang des Niedergangs war glaube ich die Abschaffung der Interregio-Züge. Ein Fehler war es auch, alles einem Schnellstreckennetz zu opfern — das noch nicht mal eins ist. Wäre die Bahn an die Börse gegangen, so wäre es sicherlich noch schlimmer gekommen.
Die Bahn ist, neudeutsch gesagt, systemrelevant, wie Post, Wasserleitung und Stromversorgung auch. Deswegen sollen solche Firmen nicht irgendwelchen Geldverdienern überlassen werden. In Mehdorns Jahren hat die Bahn es geschafft, mich von einem begeisterten Bahnfahrer in einen unbegeisterten Autofahrer zu verwandeln, und ich bin wohl nicht der Einzige.
Er ruhe in Frieden; seine Rente wird dazu sicherlich ausreichen.

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