Französisch in Kairo

Es geht M. immer besser; deshalb hat er auch seine Tochter jetzt in die französische Schule gegeben. Der Aufstieg war nicht leicht gewesen: selbst hatte er die ägyptische Schule mit Fremdsprachenabteilung besucht, also etwas Englisch gelernt, aber nicht genug für ein wirklich guten Job. Das reicht nur zum Bellboy in einem Hotel o.ä.. Dann aber die zweite Chance: weil M. Kopte ist, konnte er eine Ausbildung und einen Job bei einer ausländischen Kirche bekommen. So hat er also doch noch richtig Englisch gelernt. Jetzt verdient er ziemlich gut. Aber was macht der Idiot? Er schickt, unter beträchtlichen finanziellen Opfern, seine beiden Kinder in die französische Schule. Als Reaktion gegen Amerika könnte ich das noch verstehen, aber er hat nichts gegen Amerika. Es geht ihm nicht darum, den Kindern praktische Chancen zu geben; er will, daß sie vornehm werden, zur Oberschicht gehören. Aber dazu reicht die französische Sprache nicht, dazu braucht man auch Familienhintergrund, Immobilien und viel Geld, von dem man nicht reden muss. Überdies bröckelt Französisch als Elitesprache seit Jahrzehnten. In Kairo ist es deutlich die Sprache der reichen Großmütter geworden. M. hat ein veraltetes Vornehmheitsideal.
Die altersschwache Tageszeitung Le Journal d‘Égypte, mit ihren komischen Society-Seiten, habe ich diesmal nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich ist ihre Herausgeberin Lita Gallad, das Urgestein der Francophonie, letztendlich verstorben.

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