Birne

Unter den ersten Anschaffungen für das Zimmer im Studentenwohnheim in Kairo war die Glühbirne die größte. 50 Piaster kostete sie; ein kleines Vermögen. Das Teekännchen (kanaka) kostete glaube ich nur zehn; den Spiritusbrenner (sbirtaye) 25 PT, eine Flasche ‘Spiritus’ (sbirtu) 2 PT. Wobei dann die Flasche noch die größere Investierung gewesen wäre, aber ich hatte noch eine etwas beschleunigt ausgetrunkene Ginflasche aus dem Flugzeug.
Die Birne war von der Sorte, die nie kaputt geht. (Die gab es schon längst, sie wurden nur in reichen Ländern nicht verkauft.) Eine echte Philips war es. Die Fabrik muss vor den Nationalisierungen schon da gewesen sein und hatte irgendwie ihren Name behalten dürfen.
Da hing sie dann, meine Birne, an der Decke. Ungehindert durch Lampenschirm oder -glocke verbreitete sie ein strahlendes Licht. Es sei denn, die Elektrizität fiel aus. Für den Fall gab es eine Kerze, durch eine Struktur aus drei Spiegeln umgeben. Das ging auch ganz gut, war aber relativ teuer.
Jetzt galt es, die Birne zu überwachen. Dazu gab es Choueimy, der das Zimmer reinigte und das Bett machte, aber dessen Hauptaufgabe war, mich zu überwachen. Die Birne überwachte er gleich mit. Die größte Bedrohung für die Birne war wohl Choueimy selbst. Jedesmal wenn ich kurz verreiste nahm er sie an sich, um Diebstahl vorzubeugen, wie er sagte. Wenn ich zurückkam, holte ich sie bei ihm wieder ab. Einmal war ich eine ganze Woche weggeblieben und war er sichtlich enttäuscht, dass ich wieder da war. Als ich endgültig abreiste bin ich ihm zuvorgekommen und habe ihm die Birne geschenkt. Da strahlte er.

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