Nassangst

Ganz früher, als das Klima noch nicht verrückt spielte und der Sozialismus noch real existierend war, regnete es in Kairo zwei Mal pro Jahr. Der Verkehr war dann ein Chaos; viele Leute blieben einfach zu Hause, die Stadt war nicht darauf eingerichtet. Es gab nämlich keine Rinnsteine. Pfützen sollte man meiden, man warnte einander davor, denn wenn das Wasser zu einem nackt liegenden Stromkabel Kontakt gefunden hatte, konnte es tödlich sein. Ich erinnere mich eines Esels, der das nicht wußte, und demzufolge mit aufgeblähtem Bauch elektrisiert in einer Pfütze lag. Nach seinem Tod zog das Tier mehr Aufmerksamkeit als je zeit seines Lebens.

Aber insgesamt war Kairo trocken; so trocken, daß Autos nicht mal durchrosteten. Das war in Alexandrien anders. Trotz der Trockenheit waren viele Kairener (Kairoten?) jedoch beunruhigt wegen der Feuchtigkeit (rutûba). Mütter warnten ihre Söhne: bevor man es wußte holte man sich eine Erkältung und wie konnte jemand überhaupt ohne Schal und Pullover? Leute die ständig husteten schrieben dieses Übel der Feuchtigkeit zu, obwohl die Luftverschmutzung (mitsamt ständiges Kettenrauchen) eine wahrscheinlichere Ursache war. Auch für Gelenkschmerzen war meistens die Feuchtigkeit verantwortlich. Vielleicht hatte man diese Beschwerden englischen Lehrbüchern entnommen; für London hört es sich plausibel an.

 

 

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